Unterkunft mit Geschichte – Vitskøl Kloster

Unterkunft mit Geschichte – Vitskøl Kloster

Eine besondere Unterkunft

Das Vitskøl Kloster ist ein modernes Danhostel in geschichtsträchtigen Gemäuern – und mit 5 Sterne Auszeichnung

Die Reihe der Besitzer dieses Anwesens ist lang und heute ist Vitskøl Kloster nicht nur ein modernes Danhostel  – es ist auch Teil eines landesweiten Ausbildungsprogramms für junge Leute.

Die Zimmer sind schlicht, aber gemütlich und haben alle ein modernes Badezimmer. Den Gästen steht auch ein gemeinsamer Aufenthaltsraum samt kleiner Gemeinschaftsküche zur Verfügung – hier gibt es auch Kamin und Klavier.
Für Verpflegung ist ebenfalls gesorgt, der Kühlschrank ist mit Getränken gefüllt und man darf sich auf Vertrauensbasis selbst bedienen. Frühstück gibt es im Mönchskeller und eigentlich kenne ich so ein liebevoll zubereitetes Frühstück nur von Zuhause. Ich denke, dass jeder Stern der kürzlich vergebenen 5 Sterne Prämierung des Hostels wirklich verdient ist.

 

 

Die Geschichte des Klosters

Das Kloster geht zurück auf Valdemar den Großen, der es hier aus Dankbarkeit über seinen Sieg auf der Grather Heide stiftete. In dieser Schlacht im Oktober 1157 schlug er seinen Rivalen Svend, mit dem er schon lange um die königliche Herrschaft in Dänemark gekämpft hatte. Svend fand in dieser Schlacht den Tod und erhielt den Beinamen Grathe.

Valdemar indes gründete ein Jahr später das Vitskøl Kloster – die Ländereien, auf denen das Kloster errichtet wurde, hatte er zuvor dem Zisterzienserorden vermacht. Die Region am Limfjord bot ideale Bedingungen: Felder, Wald und neben dem Limfjord bot der Bjørnsholm Å, der vom Vilsted Sø nordostwärts floss, beste Voraussetzungen für die Fischerei. Und, was noch wichtiger war: hier konnten Mühlen betrieben werden. Perfekt also für die Zisterzienser, die neben reger Landwirtschaft auch Fischerei betrieben.

Henrik, der erste Abt auf Vitskøl, war mit einigen Mönchen aus Varnhem nach Jütland gekommen, verließ aber Vitskøl wieder als Mönche aus Esrum hierher kamen.

Kloster Vitskøl bestimmte lange Zeit Handel und Kultur der gesamten Region. Im 13. und 14. Jahrhundert war das Kloster quasi alleiniger Besitzer aller Höfe und Ländereien der Gegend und genoss weitreichende Privilegien sowie königlichen Schutz.

 

Ursprünglich vierflügelige Klosteranlage

 

Die Anlage, die man heute sieht, wenn man nach Vitskøl Kloster kommt, ist ein Herrengut, aber schaut man genau hin, kann man überall noch Spuren der ursprünglichen Klosteranlage erkennen.

Das Kloster war ursprünglich eine vierflügelige Anlage mit nahezu quadratischem Innenhof, dem sogenannten Fratergaard (Brüderhof) samt Kreuzgang. Die Gebäude waren nicht weiß gekalkt, zu sehen waren die roten Backsteine im sogenannten Klosterformat – auf Dänisch: Munkesten, was wörtlich Mönchsstein bedeutet.

Im Norden schloss sich eine Kirche an, die als dreischiffige Kreuzkirche geplant war und die – hätte man den Bau beendet – sicher die größte Kirche des Nordens gewesen wäre. Genau diesen Plan hatte nämlich Valdemar, der die größte Kirche des Nordens errichten lassen wollte – also größer als die Domkirche in Lund.

 

Die  Flügel der Klosteranlage

Der Ostflügel des Klosters beherbergte die Sakristei, die Bibliothek, wo die Mönche studierten, Kapitelsaal, das Parlatorium sowie in der ersten Etage den Schlafsaal der Mönche, der später umgewandelt wurde in einzelne Schlafkammern. Vom Ostflügel aus war der ursprüngliche Zugang zur Kirche.

Im Westflügel befanden sich die Schlafkammern der Laienbrüder sowie der Novizen. Außerdem waren hier die Speisekammern untergebracht. Hier kann man heute den ältesten Raum des Anwesens bewundern: den Mönchskeller vom Beginn des 16. Jahrhunderts. Die Bögen, die man hier sehen kann, sind alle original.

Der Südflügel, an dessen Stelle heute die Südmauer zu sehen ist, wurde im 18. Jahrhundert vom damaligen Gutsbesitzer abgerissen. Dem Gebäudeflügel, den er offenbar als Ersatz errichten ließ, war kein langes Leben beschieden und er verschwand nur kurze Zeit später wieder. Im mittelalterlichen Südflügel waren Küche und Refektorium, also der Speisesaal, untergebracht.

Der Nordflügel, der immer schon in direkter Verbindung zur Kirche stand, wurde 1668, als die große Kirche endgültig aufgegeben wurde, selbst zur Kirche. Bis 1916 fungierte der Nordflügel als Gemeindekirche. Ein Photo vom damaligen Kirchensaal kann man in der Rezeption des Vitskøl Klosters sehen. Heute wird der umgestaltete Saal für Feiern und Festivitäten genutzt.

 

Eine Klosterkirche in Ruinen

Den Bau der Kirche begann man, wie üblich, im Chor. Dies war das Herzstück, das geistige Zentrum eines Kirchenbaus. Ganz im Sinne der Zisterzienser, die den Traditionen des Klosters von Citeau folgend, keinen Bauschmuck errichteten und sich Schlichtheit und Funktionalität auf die Fahnen schrieben, wurde das Kloster errichtet – bei der Kirche verfolgten die Bauherren diese Ideale allerdings nicht so streng. Nicht nur die angestrebte monumentale Größe, Chorumgang, mehrere Apsiden und Säulen lassen andere Vermutungen zu.

1287 zerstörte ein verheerender Brand die Kirche, die noch immer nicht fertig war und aus nicht viel mehr als dem gewaltigen Chor bestand, doch beseitigte man die Schäden und begann mit dem Wiederaufbau. Dem Chor wurden allerdings nur zwei weitere Joche des eigentlichen Kirchenschiffs hinzugefügt.

Mit der Reformation 1536 kam das Ende des Klosters, die Mönche erhielten jedoch das Recht bis zu ihrem Tode in Vitskøl wohnen zu bleiben. Der Adelsmann Bjørn Andersen, der das Anwesen 1563 übernahm, benannte es um: von nun an sollte das Herrengut für längere Zeit Bjørnsholm heißen. Für ihn war es ein aussichtsloses Unterfangen, die Klosterkirche aufrecht zu erhalten und so verlegte er die Kirche, die mittlerweile als Gemeindekirche fungierte, kurzerhand in den Nordflügel seines Gutes. 1668 wurde die Kirche endgültig aufgegeben, Baumaterialien wurden von Bewohnern der Gemeinde abgetragen und wieder verwendet für die eigenen Häuser.

 

Vitskøl Kloster
Vitskøl Kloster

Berühmte Klostergärten

Besonders sehenswert sind auch die Klostergärten, die sehr bekannt sind und in denen man die Heilpflanzen der Mönche sehen kann – allerdings sollte man sich oftmals davor hüten, sie anzufassen geschweige denn zu probieren!

Die Pflanzen sind nach Wirkungen gruppiert, und so geht man beispielsweise von Magen-Darm-Beschwerden zu Herzleiden. Oder andersherum. Neben dem eben erwähnten Apothekergarten gibt es auch noch eine Kopie des Klostergartens von St. Gallen aus dem Jahre 826 zu sehen.

 

Und ein bisschen Spuk gibt es auch

Im Blå Værelse – dem blauen, mit Bildtapeten ausgeschmückten Zimmer im Ostflügel des Gutes, geht Den blå dame um. Bei ihr handelt es sich, so erzählt man , um Ermegård Gyldenstjerne, einer Besitzerin von Bjørnsholm, der das Leben bös mitgespielt hatte und die Anfang des 17. Jahrhunderts starb und nun keine Ruhe findet.

 

 

Weitere Informationen

 

Informationen zu Veranstaltungen wie dem beliebten Weihnachtsmarkt oder den Mittelaltertagen sowie Buchungshinweisen gibt es auf der Webseite des Klosters oder auf der Seite von VisitVesthimmerland

Hier geht es zur Webseite des Klosters

 

 



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